KI-Sichtbarkeits-Scores: was sie messen und was nicht
KI-Sichtbarkeits-Scores sind Stichproben, die ein Werkzeug mit eigenen Fragen, Systemen und Rechenregeln zieht; zwei Werkzeuge liefern zur selben Marke verschiedene Werte. Google weist seit dem 31. August 2026 Impressionen in KI-Übersichten aus, aber keine Position darin; OpenAI dokumentiert vier Programme, mit denen es Websites abruft (User-Agents), und ein Score müsste alle vier prüfen. Tragfähig ist die Zeile hinter der Zahl: Datum, System, Wortlaut.
Es gibt Werkzeuge, die eine Zahl versprechen: Ihre Sichtbarkeit in ChatGPT, in Googles KI-Übersichten und in Perplexity, als Score von 0 bis 100. Wer die Zahl kauft, sollte wissen, was sie enthält.
Was ein KI-Sichtbarkeits-Score ist
Werkzeuge wie Peec AI, Otterly.AI, Profound, Scrunch, der KI-Bereich von Semrush oder Ahrefs Brand Radar stellen eine Liste von Fragen an KI-Systeme. Sie halten fest, welche Marken und Websites in den Antworten vorkommen, und rechnen daraus eine Zahl. Der Score ist also kein Messwert, den ein KI-System herausgibt, sondern das Ergebnis einer Stichprobe, die das Werkzeug selbst zieht. Wir nennen die Werkzeuge hier als Beispiele, ohne ihre Methoden im Einzelnen zu bewerten; belegen können wir nur, was die KI-Anbieter selbst dokumentieren, und darum geht es weiter unten.
Wie die Zahl entsteht: vier Entscheidungen
Vier Entscheidungen stecken in jedem Score, und keine davon trifft Ihre Kundschaft.
- Die Fragen. Welche Fragen gestellt werden, entscheidet das Werkzeug, oft mit Vorschlägen aus einem Sprachmodell; ob Ihre Kundschaft so fragt, prüft niemand.
- Die Systeme. ChatGPT mit oder ohne Suche, Googles KI-Übersicht (die Zusammenfassung über den Suchergebnissen) oder der KI-Modus (die Chat-Ansicht der Google-Suche), Perplexity, Gemini, Claude: jedes antwortet anders, und jede Modellversion wieder anders.
- Der Zeitpunkt. Dieselbe Frage an dasselbe System ergibt an zwei Tagen zwei Antworten, manchmal am selben Tag.
- Die Rechnung. Zählt eine Nennung ohne Link? Zählt die Position in der Antwort? Wie werden Fragen gewichtet?
Jede der vier Entscheidungen verändert die Zahl, und nicht jedes Werkzeug legt alle vier offen.
Die Aussage dieses Artikels in drei Sätzen:
Ein KI-Sichtbarkeits-Score ist das Ergebnis einer Stichprobe, die ein Werkzeug mit eigenen Fragen, eigenen Systemen und eigener Rechnung zieht. Zwei Werkzeuge liefern zur selben Marke verschiedene Werte, weil sie diese Entscheidungen verschieden treffen und weil KI-Systeme dieselbe Frage nicht zweimal gleich beantworten. Tragfähig ist die Zeile hinter der Zahl: Datum, System, Wortlaut der Frage, Wortlaut der Antwort.
Warum zwei Werkzeuge zur selben Marke verschiedene Werte liefern
Weil sie andere Fragen stellen, zu anderen Zeiten, an andere Systeme, und das Ergebnis verschieden zusammenrechnen. Dazu kommt, dass es keinen gemeinsamen Maßstab gibt, an dem sich ein Score messen ließe: Google veröffentlicht für KI-Übersichten keinen Sichtbarkeits-Score, sondern nur Impressionen, OpenAI für ChatGPT gar nichts. Ein Score von 42 in einem Werkzeug und 67 in einem anderen widersprechen sich nicht; sie messen verschiedene Dinge. Wer zwei Werte vergleichen will, braucht zuerst die Frageliste und das Datum hinter jedem Wert.
Was Google selbst liefert, und was nicht
Seit dem 31. August 2026 ist der Bericht zu generativen KI-Funktionen in der Google Search Console weltweit für alle Websites ausgerollt; Websites mit sehr wenigen Einblendungen in KI-Funktionen sehen ihn nicht. Er zählt Impressionen, also Einblendungen von Links zu einer Website in KI-Übersichten und im KI-Modus, nach Seiten, Ländern, Datum und Gerät. Klicks, Position und Suchanfragen enthält der Bericht nicht; die Klicks stehen weiterhin im normalen Leistungsbericht der Search Console. Und eine Position innerhalb einer KI-Übersicht gibt es in Googles Daten nicht: Die Übersicht belegt eine einzige Position, alle Links darin bekommen dieselbe. Ein Werkzeug, das Ihnen „Platz 2 in der KI-Übersicht“ meldet, meldet etwas, das Google selbst nicht misst. Für die Aufnahme in diese Funktionen gelten laut Google dieselben Grundlagen wie für die Suche; eine eigene Datei oder Auszeichnung ist nicht vorgesehen.
Was OpenAI dokumentiert, und warum ein Score es prüfen muss
OpenAI dokumentiert vier Programme, mit denen es Websites abruft (User-Agents). Für die Suche in ChatGPT zählt OAI-SearchBot. Die robots.txt ist die Datei, mit der eine Website solchen Programmen den Zugriff erlaubt oder verbietet; wer OAI-SearchBot dort ausschließt, wird in Suchantworten nicht gezeigt. Sie können aber weiter als einfacher Link zur Website erscheinen; OpenAI nennt das einen Navigationslink. GPTBot sammelt Trainingsdaten, ChatGPT-User ruft Seiten ab, wenn eine Nutzerin fragt, und robots.txt-Regeln greifen bei ihm laut OpenAI nicht unbedingt; OAI-AdsBot prüft Anzeigen-Zielseiten. Ein Score, der „nicht genannt“ meldet, ohne die robots.txt zu prüfen, kann eine Sperre nicht von einer Schwäche unterscheiden. Der Unterschied entscheidet über die Maßnahme: Eine Zeile in der robots.txt kostet eine Stunde, Inhaltsarbeit ein Jahr.
Woran Sie ein brauchbares Werkzeug erkennen
An sechs Dingen. Die Frageliste ist einsehbar, und Sie können sie durch die Fragen Ihrer Kundschaft ersetzen. Jede Antwort ist mit Datum, System und Wortlaut exportierbar. Systeme, Modellversionen und Wiederholungen je Frage sind offengelegt. Der Zugang der Crawler wird mitgeprüft. Es wird keine Position innerhalb einer KI-Übersicht behauptet. Und der Preis richtet sich nach der Zahl der Fragen, die Sie tatsächlich brauchen, nicht nach der Zahl, die das Werkzeug vorschlägt. Fehlt einer der sechs Punkte, ist die Zahl eine Behauptung.
Was wir stattdessen tun
Wir arbeiten ohne Score. Wir stellen eine feste Liste von Testfragen, die Ihre Kundschaft tatsächlich stellt, wiederholt und mit Datum in drei KI-Systemen. Erhoben werden vier Größen: wie oft eine Antwort Sie nennt, wie genau, ob die Leseprogramme der Systeme Ihre Seiten abrufen dürfen und wie viele Besuche ankommen. Jede Zahl trägt Datum und Stichprobe, und Sie bekommen die Zeile dahinter. Wie das im Einzelnen geht, steht auf der Seite zur Messmethodik; ob Ihre Website die Voraussetzungen erfüllt, zeigt der kostenlose Zitierfähigkeits-Check, der 17 Punkte in einer Minute durchgeht.
Wann ein Score trotzdem hilft
In zwei Fällen. Erstens als Verlauf: Bleibt die Frageliste gleich, zeigt die Zahl über Monate eine Richtung, auch wenn ihr absoluter Wert wenig sagt. Zweitens als Vergleich innerhalb desselben Werkzeugs, etwa zwischen Ihnen und drei Mitbewerbern, weil dann alle vier Entscheidungen für alle gleich sind. Als Erfolgsnachweis gegenüber Geschäftsführung oder Kundschaft taugt die Zahl erst mit den Zeilen dahinter. Wer sie nicht bekommt, hat einen Score gekauft, keine Messung.
Häufige Fragen zu KI-Sichtbarkeits-Scores
Kann ich Sichtbarkeit in KI-Antworten in der Google Search Console sehen?
Warum meldet ein Werkzeug eine Position in der KI-Übersicht, die Search Console aber nicht?
Reicht es, GPTBot zu sperren, um nicht in ChatGPT zu erscheinen?
Quelle: OpenAI: Overview of OpenAI crawlers (abgerufen 08.09.2026) (öffnet in neuem Tab)
Braucht meine Website eine eigene Auszeichnung, um in KI-Übersichten zu erscheinen?
Quelle: Google Search Central: AI features and your website (abgerufen 08.09.2026) (öffnet in neuem Tab)
Was kosten diese Werkzeuge?
Wenn Sie wissen wollen, wo Ihre Website heute in KI-Antworten steht, ohne Score: Nennen Sie uns eine Frage Ihrer Kundschaft. Wir stellen sie mit Datum in drei KI-Systemen und schicken Ihnen das Ergebnis schriftlich, kostenlos innerhalb von fünf Werktagen: kostenlosen SEO-Check anfragen.
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