aria-expanded

aria-expanded meldet assistiven Technologien, ob ein Bedienelement den Bereich, den es steuert, gerade aufgeklappt oder zugeklappt hat. Das Attribut gehört auf das fokussierbare Bedienelement, meist den Button. Der Bereich, der auf- und zugeht, trägt es nicht. Es kennt drei Zustände: true für aufgeklappt, false für zugeklappt und den Vorgabewert undefined, bei dem das Attribut schlicht fehlt. Der Vorgabewert heißt nach MDN nicht „zugeklappt“. Er heißt: Dieses Element besitzt oder steuert überhaupt keinen aufklappbaren Bereich. Unterstützt wird aria-expanded unter anderem von den Rollen button, combobox, link, menuitem, tab und treeitem. Der ARIA Authoring Practices Guide (APG) nennt für das Disclosure-Muster zusätzlich aria-controls als optionale Angabe auf demselben Button, mit Verweis auf das Element, das den ein- und ausgeblendeten Inhalt enthält. Wichtig ist die Arbeitsteilung: Das Attribut beschreibt einen Zustand. Erzeugen muss ihn Ihr Code. MDN nennt auch die Umkehrung: Ein Element ohne aufklappbaren Bereich bekommt das Attribut gar nicht erst.

In der Praxis

Typische Einsatzorte sind das Menü im mobilen Header, eine FAQ-Liste zum Aufklappen, ein Filterblock und der Knopf „Mehr anzeigen“. Der häufigste Fehler steckt nicht im Markup, sondern im Verlauf: aria-expanded=false steht einmal im HTML und wird beim Klick nie umgeschrieben. Sichtbar ist das Menü dann offen, angesagt wird es weiterhin als zugeklappt. Die üblichen automatischen Prüfwerkzeuge finden das nicht. Sie sehen ein vorhandenes, gültiges Attribut und prüfen nicht, ob sein Wert zum sichtbaren Zustand passt. Der zweite Fehler ist der Platz. Das Attribut steht auf dem Panel, weil das Panel ja auf- und zugeht; angesagt wird es dort niemandem, weil der Fokus auf dem Button liegt. Öffnen Sie für den Gegentest die Entwicklerwerkzeuge, wählen Sie den Button in der Elementansicht aus und sehen Sie beim Öffnen und Schließen zu, ob der Wert mitwechselt. Danach dieselbe Stelle mit einem Screenreader anhören. Wie sich der Zustandswechsel bei welcher Kombination aus Screenreader und Browser anhört, haben wir nicht systematisch durchgemessen und behaupten es deshalb nicht.

Passende Leistung

Quellen

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