Accessible Name

Der Accessible Name ist der Name, unter dem ein Bedienelement bei assistiven Technologien ankommt: das, was ein Screenreader ansagt und was Spracheingabe als Kommando versteht. Er wird nicht ausgewählt, sondern vom Browser nach einem festgelegten Algorithmus berechnet, den die W3C-Spezifikation Accessible Name and Description Computation beschreibt. Die Reihenfolge entscheidet: aria-labelledby zuerst, dann aria-label, dann das Mittel der Auszeichnungssprache selbst. Das ist etwa das label-Element eines Formularfelds oder das alt-Attribut eines Bildes. Danach kommt bei Rollen, die das erlauben, der eigene Textinhalt, und ganz zuletzt das title-Attribut. Was weiter oben steht, überschreibt alles darunter. Eine Bedingung kommt aus der Norm selbst: WCAG 2.2 verlangt in Erfolgskriterium 2.5.3 „Label in Name“ auf Stufe A, dass der Name den sichtbar dargestellten Text enthält. Der Accessible Description ergänzt den Namen, ersetzt ihn aber nicht. Wie viel davon tatsächlich vorgelesen wird, hängt an der Software und nicht an der Spezifikation.

In der Praxis

Sichtbar steht „Senden“, im aria-label steht „Formular absenden“. Wer per Sprache steuert und „Senden“ sagt, trifft nichts. Das ist der Standardfall von Erfolgskriterium 2.5.3, und er entsteht fast immer beim Nachbessern: Jemand schreibt ein aria-label dazu, weil ein Prüfwerkzeug einen fehlenden Namen gemeldet hat. Die Regel des APG ist unbequem und richtig: sichtbaren Text bevorzugen, dann die Mittel von HTML, und erst danach ARIA. Ein Button mit dem Wort „Senden“ braucht kein aria-label. Gebraucht wird es beim Icon-Button ohne Text und beim Link „Mehr“, der in einer Liste zwanzigmal gleich lautet. Teuer ist dabei eine zweite Falle: Bei Rollen, die ihren Namen aus dem Inhalt beziehen, überschreibt aria-label genau diesen Inhalt. Für assistive Technologien ist er dann weg. Der Gegentest ist im Browser eingebaut. Die Accessibility-Ansicht der Entwicklerwerkzeuge zeigt zu jedem Element den berechneten Namen. Gehen Sie die Bedienelemente einer Seite durch und vergleichen Sie ihn mit dem, was danebensteht. Ist das title-Attribut die einzige Namensquelle, warnt der APG zu Recht: Was dabei herauskommt, ist selten ein guter Name.

Passende Leistung

Quellen

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