Pay-or-Okay- / Consent-or-Pay-Modelle
Pay-or-Okay, auch Consent-or-Pay, bezeichnet ein Geschäftsmodell, bei dem nur zwei Wege offenstehen: ein kostenpflichtiger, werbefreier Zugang oder die Einwilligung in Tracking und personalisierte Werbung. Eine dritte, kostenlose Variante ohne Tracking gibt es nicht. Ob solche Modelle mit der DSGVO vereinbar sind, ist nicht abschließend geklärt. Der Europäische Datenschutzausschuss hat sich 2024 zu großen Online-Plattformen geäußert; allgemeine Leitlinien für alle Anbieter liegen bis heute nicht vor.
In der Praxis
Unabhängig davon, wie die Grundsatzfrage einmal ausgeht, entscheidet sich in der Umsetzung viel an einem Punkt: der Granularität. Eine Einwilligung ist nach Art. 4 Nr. 11 und Art. 7 DSGVO nur wirksam, wenn sie für den jeweiligen Zweck erteilt wird. Ein einziger Schalter neben dem Bezahlangebot, der Analyse, Marketing und Personalisierung zusammenfasst, ist deshalb der wunde Punkt. Technisch heißt das: getrennte Schalter je Zweck in der Consent-Plattform, und die Ablehnung genauso leicht erreichbar wie die Zustimmung. Vor einem breiten Rollout gehört das rechtlich geprüft, und zwar vorher, nicht nach der ersten Beschwerde. Als dritte Option lohnt der Blick auf kontextuelle, nicht personalisierte Werbung: Sie braucht diese Einwilligung gar nicht.