Speculation Rules API (Prerendering & Prefetching)
Die Speculation Rules API ist ein JSON-basierter Web-Standard, mit dem Chromium-Browser Zielseiten schon vor dem Klick im Hintergrund laden – wahlweise als reines Prefetch der HTML-Antwort oder als vollständiges Prerendering inklusive Rendering und JavaScript-Ausführung in einem unsichtbaren Tab. Gesteuert wird sie per <script type="speculationrules"> oder HTTP-Header. Sie löst das ältere, Chrome-exklusive link rel="prerender" ab; für Navigationen empfiehlt Chrome ebenfalls Speculation Rules statt link rel="prefetch", weil das Vorabladen ganzer Dokumente damit Probleme mit sich brachte. Abgeschafft ist link rel="prefetch" damit aber nicht: Für das Vorabladen von Subressourcen bleibt es laut Chrome das Mittel der Wahl. Navigationen zu vorab geladenen Seiten wirken dadurch für Nutzer:innen praktisch instant, da Server-Antwort und Rendering bereits vor dem Klick erledigt sind. Aktuell unterstützen nur Chrome und Edge die API vollständig; in anderen Browsern ist sie eine unschädliche progressive Verbesserung ohne Baseline-Status.
In der Praxis
Für Websites mit klaren Nutzerpfaden (z. B. Artikelübersicht zu Detailseite, Kategorie- zu Produktseite) lohnt sich der Einsatz, um gefühlte Ladezeiten gegen null zu bringen. Seiten mit Formularen, Warenkorb-Aktionen, Log-out-Links oder personalisierten Inhalten müssen über "where"-Bedingungen explizit ausgeschlossen werden, da Prerendering sonst unerwünschte Server-Nebenwirkungen auslösen kann. Mit der Eagerness-Einstellung ("immediate", "eager", "moderate", "conservative") lässt sich steuern, wie aggressiv spekuliert wird: immediate lädt sofort, eager schon nach rund zehn Millisekunden Hover, moderate nach rund 200 Millisekunden Hover, conservative erst beim Drücken der Maustaste oder bei Touchstart. Für die meisten KMU-Websites ist "moderate" ein guter Kompromiss aus Geschwindigkeit und Serverlast. Die Umsetzung erfolgt in gängigen CMS oft per Plugin oder manuellem Snippet im Head und sollte im Chrome-DevTools-Panel "Application" getestet werden. Da die Wirkung auf Chromium-Browser beschränkt ist, sollte die API als Ergänzung, nicht als Ersatz klassischer Performance-Optimierung verstanden werden.
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