Text-to-Speech (Sprachausgabe) für Barrierefreiheit
Text-to-Speech (TTS) wandelt geschriebenen Text automatisiert in gesprochene Sprache um und wird über Betriebssystem-Funktionen, Browser-Erweiterungen oder eigene „Vorlese“-Buttons auf Websites bereitgestellt. Anders als ein Screenreader liest TTS meist nur den sichtbaren Text vor, ohne Struktur wie Überschriften oder Linkziele anzusagen, hilft aber Menschen mit Legasthenie, Sehbeeinträchtigung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Fremdsprachigkeit.
In der Praxis
Screenreader wie NVDA oder JAWS bleiben für blinde Nutzer:innen unverzichtbar, weil sie Code und Semantik auslesen, etwa Überschriftenebenen oder Linkziele. Eine zusätzliche Vorlesefunktion, etwa ReadSpeaker oder die integrierte Sprachausgabe von Windows, macOS und iOS, ist rechtlich meist nicht zwingend vorgeschrieben, kann die Nutzung aber erleichtern. Wichtig ist, TTS als Ergänzung zu sauberem, semantischem HTML zu verstehen und nicht als Ersatz dafür: Ein Vorlese-Button behebt weder fehlende Alt-Texte noch fehlende Formularbeschriftungen.